15 Jahre gegen die Einsamkeit

Gruppe „gemeinsam statt einsam“ feierte

Dortmund. Die meisten Menschen freuen sich auf das Wochenende, speziell auf den Sonntag. Es gibt aber auch Leute, für die dieser Tag bedrückend ist. Menschen, die ihnen nahe standen, leben nicht mehr, ihr Gesundheitszustand lässt Unternehmungen nicht mehr zu – die Gründe sind vielfältig. Vor 15 Jahren kam Mitgliedern der heutigen Propsteigemeinde (früher Liebfrauen) deshalb der Gedanke, diese Menschen einmal im Monat an einem Sonntagnachmittag einzuladen. Die Gruppe „gemeinsam statt einsam“ war geboren.

Für die Mitglieder der Gruppe „gemeinsam statt einsam“ gab es zum 15-jährigen Bestehen einen kleinen Empfang. Foto: Privat

 

Wie der Nachmittag gestaltet werden sollte, legten die Gründer der Gruppe nicht fest. „Wir wollten zwar Anregungen geben, aber unsere Gäste sollten selbst entscheiden, wie der Nachmittag verlaufen sollte“, lautete ihre Idee. Es folgte eine Einladung in das Gemeindehaus der damaligen Liebfrauengemeinde, die in den Pfarrnachrichten und in den Zeitungen erschien. „Wir backten Kuchen, kochten Kaffee, deckten einen Kaffeetisch und warteten gespannt, wer wohl kommen würde.“

Am Nachmittag des dritten Sonntags im November 2002 überraschte eine bunte Gesellschaft die Wartenden. Bekannte und unbekannte Personen, Männer und Frauen, hatten sich eingefunden – die Frauen waren allerdings in der Überzahl.

Nach dem Kaffeetrinken überlegten dann alle gemeinsam, wie der Nachmittag verlaufen sollte. Bereitgestellte Spiele packte man schnell wieder ein. Allen schien es wichtiger zu sein, gemütlich zusammenzusitzen und sich zu unterhalten. „Inzwischen ist es ein festes Ritual geworden, etwas vorzulesen und gemeinsam zu singen. Eine Besucherin bot sich an, uns auf dem Klavier zu begleiten“, heißt es vonseiten der Mitglieder.

Eine Gruppe von vier Personen bereitet diesen Nachmittag nun schon seit 15 Jahren an jedem dritten Sonntag im Monat vor. Von Gemeindemitgliedern werden zusätzlich regelmäßig Torten und Kuchen gespendet. „Inzwischen begrüßen wir jedes Mal 30 bis 40 Besucher.“

Gäste bittet man normalerweise nicht zur Kasse, deshalb sind Kaffee und Kuchen kostenlos. Keiner soll aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werden. Und dennoch: Die Besucher geben gerne etwas. Deshalb gibt es eine Spardose, in die jeder nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten einen Obolus stecken kann. Dieses Geld wird – abgesehen von den Kosten für Kaffee, Milch, Zucker, Sahne und Tischschmuck – für die im Thomas-Morus-Haus stattfindenden Sonntagsfrühstücke für Obdachlose und Bedürftige verwendet.

In den 15 Jahren sind für „gemeinsam statt einsam“ rund 1 100 Torten gebacken und gespendet worden, und durch freiwillige Spenden haben die Besucherinnen und Besucher das Sparschwein mit insgesamt 12 316,50 Euro gefüttert.

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