Allein oder einsam?

Kirchengemeinde, Caritas und weitere Partner in Arnsberg machen einsamen Menschen Hilfsangebote

Arnsberg-Neheim (JK). „Einsamkeit ist ein Thema, das viele betrifft, über das aber nicht gerne gesprochen wird“, sagt Claudia Fischer, Gemeindereferentin der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel. Ein Projekt mehrerer Akteure in Arnsberg will Abhilfe schaffen und einsamen Menschen Hilfsangebote machen.

von Julius Kolossa

In der alten Synagoge in Neheim wurde das Projekt „Allein oder einsam?“ vorgestellt. Mit dieser Fragestellung hat sich auf Einladung der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel und des Caritas­verbandes Arnsberg-­Sundern ein Netzwerk mit sozial tätigen Akteuren aus Neheim, Organisationen, Wohlfahrtsverbänden, Gruppen und Vereinen gebildet, das Hilfsangebote für einsame Menschen machen möchte.

Denn diese Aufgabe sei von Organisationen und Institutionen, Vereinen und Verbänden nicht allein zu lösen, erklärt Jutta Schlinkmann-­Weber vom Caritasverband Arnsberg-Sundern. „Vielmehr braucht es die Aufmerksamkeit aller Menschen im Stadtteil, im Dorf, an der Arbeitsstelle oder in der Schule fürei­nander – unabhängig von Religion oder sozialem Status, von Hautfarbe oder Alter, Herkunft oder Geschlecht.“

Der erste Schritt ist es, das Thema „Einsamkeit“ in die Öffentlichkeit zu bringen. Großflächenplakate und Postkarten, die in Arztpraxen, Apotheken, Kneipen, Stadtbüros, Geschäften und Kirchen ausliegen, sollen für Aufmerksamkeit sorgen und die Menschen darüber ins Gespräch bringen. Acht bekannte Neheimer unterstützen dieses Anliegen und haben sich als Fotomodelle für die Postkartenserie zur Verfügung gestellt: Andreas Cloer, Gisela Cloer, Rosemarie Goldner, Haimo Hieronymus, Klaus Humpe, Wolfgang Langnickel, Pfarrer i. R. Franz Schnütgen und Jens Steinberg. In Farbe und mit einem Lächeln blicken sie den Betrachter zum Thema „Allein“ an, schwarz-weiß und ernst schauen sie für die „Einsamkeit“. Darüber steht jeweils die Frage „Allein oder einsam?“ Darunter: „Allein sein ist schön, wenn man es kann, nicht wenn man es muss.“ Die Internetseite ­www.­allein-­oder-­einsam.­de gibt weitere Informationen preis für jeden, der der Einsamkeit entfliehen möchte, aber auch für den, der sich dafür ehrenamtlich engagieren möchte. Außerdem gibt es eine Telefonnummer, die werktags von 8.00 bis 16.00 Uhr erreich­bar ist. Unter 0 29 32/4 34 58 35 steht Judith Tillmann vom Caritas-Haus Arnsberg als Ansprechpartnerin zur Verfügung; außerdem die acht Fotomodelle.

„Allein oder einsam?“ wird aus Mitteln des Fonds „Innovative Projekte“ des Erzbistums Paderborn gefördert, der im Rahmen des im Jahr 2014 von Erzbischof Hans-Josef Becker in Kraft gesetzten Zukunftsbildes der Erzdiözese gebildet wurde.

Netzwerkpartner für dieses Projekt sind die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel, der Caritasverband Arnsberg-Sundern, die evangelische Kirchengemeinde, die türkisch-islamische Gemeinde zu Arnsberg, die Arnsberger Wohnungsbaugenossenschaft, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), die Fachstelle „Zukunft Alter“, das Sozialwerk St. Georg, die Arnsberger Tafel, der Freundeskreis Schleifmühlenweg, die Caritas-­Konferenzen der Pfarrgemeinde St. Johannes Neheim und Privatpersonen wie Rosemarie Goldner, Gisela Cloer und Inge Nüsken.

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