Auf dem Weg zusammenwachsen

Auftakt zum pastoralen Prozess in Marsberg mit 17 Kirchengemeinden

Mit einem Luftballonwettbewerb endete der Auftakt zum pastoralen Prozess in Marsberg.

 

Marsberg. Im Kirchenschiff der Marsberger Propsteikirche war kein einziger Platz mehr frei. Der feierliche Einzug der Geistlichen zum Festhochamt, angeführt von Fahnenabordnungen der Frauengemeinschaften, Schützenbruderschaften und Kolpingsfamilien schien kein Ende zu nehmen. Von Beginn an konnte man wahrnehmen: „Marsberg wächst zusammen.“ Unter diesem Motto stand die Auftaktveranstaltung zum pastoralen Prozess, zu der sich Gläubige aus allen 17 Kirchengemeinden des Marsberger Stadtgebiets in der Propsteikirche versammelten.

Am Altar dienten Messdiener aus allen Gemeinden. Die rund 13 000 Katholiken wurden vertreten durch Gemeindemitglieder aus allen Ortsteilen, durch Vertreter der Kirchengremien, Vereine, Schulen, Kindergärten, aus Politik und öffentlichem Leben.

„Ich bin überwältigt“, begrüßte Propst Meinolf Kemper die große Schar der Gläubigen. „Eine große Stadt entsteht“, sangen alle gemeinsam das Eröffnungslied. „Aus den drei Pastoralverbünden Marsberg Mitte, Marsberg Süd und Sintfeld-Diemeltal soll ein großer Pastoraler Raum Marsberg entstehen“, erklärte Propst Kemper. „Heute fällt der Startschuss für die Pastoralvereinbarung.“

In einem zwei- bis dreijährigen Prozess sind die Menschen aus den einzelnen Kirchengemeinden aufgerufen, sich untereinander besser kennenzulernen, als christliche Gemeinschaft zusammenzuwachsen und in vielen Feldern zu kooperieren. Es gehe bei diesem Prozess um Nähe und Distanz, um miteinander und füreinander, so De­chant Michael Kleineidam in seiner Predigt. Es gehe um die Kirche in kleinen Dorfgemeinschaften mit vertrauten Traditionen und darum, den Blick zu weiten auf das Größere und Ganze.

Der große Pastorale Raum Marsberg solle eine Chance sein, sich im großen Rahmen zu treffen, gemeinsam Bibelkreise und Andachtsformen wachsen zu lassen, die im Kleinen oftmals nicht mehr machbar seien. „Die Kirche ist auf dem Weg des Umbruchs mit manchem Ungewissen. Das zu gestalten und auszuhalten, wird unsere Aufgabe sein“, sagte Kleineidam. Zum Abschluss der Predigt überreichte er Propst Kemper das Zukunftskreuz des Bistums und das Starterpaket zur Errichtung des pastoralen Raumes in Form eines dicken Aktenordners.

Bei den Fürbitten bauten Vertreter aller 17 Kirchengemeinden aus einzelnen
Puz­zleteilen ein Zukunftskreuz. Ausgehend von ihren jeweiligen Pfarrpatronen formulierten sie Bitten und Wünsche für den vor ihnen liegenden gemeinsamen Weg.

Zum Schluss überreichten die Mitglieder des Pastoralteams den Vertretern einer jeden Gemeinde ein Windlicht mit dem aufgedruckten Mars­berger Zukunftskreuz. Es soll als ein Zeichen der Zusammengehörigkeit in allen Kirchengemeinden entzündet werden.

„Wir alle können als Multi­plikatoren dazu beitragen, den neuen pastoralen Raum mit Leben zu erfüllen“, sagte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck in seinem Grußwort. Pfarrer Markus Pape erinnerte daran, im Prozess des Zusammenwachsens auch die evangelischen Christen nicht aus den Augen zu verlieren.

Flankiert wird der zweijährige Errichtungsprozess von den Gemeindeberatern Barbara Hucht aus Scherfede und Ralf Nolte aus Brilon, ein gebürtiger Marsberger.

Im Anschluss an das feierliche Hochamt blieben noch ein Großteil der rund 500 Gäste zum Fest der Begegnung auf dem Kirchplatz. Dieser war umsäumt von einer Ausstellung, bei der jede Gemeinde sich auf einer Stellwand präsentierte.

Nach musikalischen Beiträgen des Marsberger Musikvereins und der Volkstanzgruppe Leitmar bildete ein Luftballonwettbewerb den Abschluss. 100 bunte Luftballons stiegen himmelwärts, verbunden mit dem Wunsch, auch auf dem vor ihnen liegenden Weg immer die Nähe Gottes zu suchen.

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