Bildung kostet

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Der Caritasverband im Erzbistum Paderborn unterstützt die Forderungen nach einem Ausbau der Offenen Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen. Das Land hat diese zwar eingeführt, aber finanziell werden diese Ganztagsschulen nicht ausreichend ausgestattet.

Foto: Volker Öerschkes / pixelio

 

So müssen die Träger des „Offenen Ganztags“ – wie etwa katholische Verbände – kräftig zuschießen. Denn in Städten und Gemeinden sind die Kassen ohnehin notorisch leer, sodass von ihnen nur wenig Unterstützung zu erwarten ist.

Offene Ganztagsschulen – also solche, zu denen Eltern ihre Kinder anmelden können, aber nicht müssen – gibt es vor allem in den Grundschulen. Etwa 3 000 sind es derzeit an Rhein und Ruhr. Viele Eltern sind auf diese Betreuung ihrer Kinder über den normalen Unterricht hinaus angewiesen, weil sie sonst keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zu versorgen.

Man kann trefflich darüber streiten, ob eine Ganztagsbetreuung der Schulkinder sinnvoll ist oder nicht. Die gesellschaftlich veränderte Situation ist aber so, dass die Betreuung notwendig wurde. Denn im Niedriglohnland Deutschland sind Eltern oft auf zwei Einkommen angewiesen, damit sie Miete und Lebensunterhalt noch bezahlen können. Des Weiteren ist die Ganztagsschule auch für so manches Kind wichtig, weil es zu Hause das notwendige Rüstzeug fürs Leben nicht bekommt.

Allerdings sollte die Politik nicht nur einsehen, dass die Bildung viel Geld kostet, sie muss die Mittel auch zur Verfügung stellen. Denn Bildung ist eine ureigene staatliche Aufgabe. Es darf nicht sein, dass es Wartelisten für die Offenen Ganztagsschulen gibt und vielen Kindern die Bildung vorenthalten bleibt.

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