Christen in Gefahr

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Die politischen Turbulenzen in Deutschland lassen oft wenig Raum für einen Blick über den Tellerrand. Doch es ist dringend nötig, sich auch mit der Situation in anderen Ländern zu befassen, wie zum Beispiel mit der aktuellen Entwicklung in Pakistan.

Foto: Rike / pixelio

 

Dass es Christen in dem islamisch regierten Land nicht leicht haben, ist seit Langem bekannt. Umso erstaunlicher und erfreulicher war es, als das Oberste Gericht des Landes die Christin Asia Bibi, die wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war, in einem aufsehenerregenden Urteil wieder freisprach. Es keimte etwas Hoffnung auf, dass sich die Verhältnisse in Pakistan ändern könnten.

Doch was nach diesem Urteil geschah, ist unglaublich. Nach Massenprotesten gegen die Gerichtsentscheidung einigte sich die Regierung mit der islamistischen Tehreek-e-Labaik Pakistan und anderen Gruppen auf einen Kompromiss, wonach eine Berufung gegen das Urteil möglich sein soll und Bibi das Land nicht verlassen darf. Das höchstrichterliche Urteil, das eigentlich in jedem Rechtsstaat bindend ist, wird in Pakistan dem Druck der Straße geopfert.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen erklärte dazu, die Bundesregierung und die Europäische Union sollten sich einschalten „und auf Aufklärung durch die pakistanische Regierung bestehen“. Die Verantwortlichen in Pakistan müssten für die Sicherheit von Asia Bibi und ihren Unterstützern sorgen sowie die rechtsstaatliche Umsetzung des Freispruches und die Reisefreiheit Bibis garantieren.

Im Moment sind die Hoffnungen gering. Asia Bibis Anwalt ist wegen Drohungen von Islamisten nach Europa geflohen. Die kleine Gruppe der Christen in Pakistan blickt einer düsteren Zukunft entgegen.

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