Diakonische Ökumene in Bielefeld

Im Weidenhof sind der Caritas-Fachverband SKM und die Diakonie gemeinsam untergebracht

Bielefeld. Der katholische Verein für Soziale Dienste in Bielefeld (SKM) hat seine schon Anfang des Jahres bezogenen Geschäftsräume im Weidenhof auf dem Gelände des Evangelischen Johannes­werkes im Rahmen einer ökumenischen Feier offiziell eröffnet. Im gleichen Haus ist bereits seit vielen Jahren die evangelische Diakonie für Bielefeld ansässig.

Superintendentin Regine Burg und Dechant Klaus Fussy im ökumenischen Dialog.

 

von Uwe-C. Moggert-Seils

Dass nun die beiden karitativ-­diakonischen Einrichtungen in Bielefeld am gleichen Ort arbeiten, ist kein Zufall, sondern strategische Absicht. „Wir haben ein gemeinsames Fundament im christlichen Glauben, das uns antreibt, für Menschen da zu sein“, betonte Domkapitular Dr. Thomas Witt, Vorsitzender des Diözesan-­Caritas­verbandes Paderborn. „Als Caritas und Diakonie wollen wir zu den Besten gehören, damit es den Menschen am besten geht“, sagte er mit Blick auf den Wettbewerb mit anderen Trägern.

Wie eine gute und erfolgreiche ökumenische Zusammenarbeit in Bielefeld aussehen kann, erläuterten Superintendentin Regine Burg und Dechant Klaus Fussy in ihrem gemeinsamen Grußwort. Mit einem verschmitzten Lächeln begann Dechant Fussy den Dia­log mit der Superintendentin, denn „das beste Beispiel für gelungene Ökumene sind wir beide“. Abwechselnd konnten die beiden Geistlichen auf zahlreiche ökumenische Beispiele der vergangenen Jahre zurückblicken, nicht nur auf gemeinsame Gottesdienste und Predigten – etwa zu Heiligabend am Bielefelder Hauptbahnhof oder Pfingstmontag auf dem Klosterplatz.

So verwies Superintendentin Burg auf die Telefonseelsorge, bei der es den Anrufenden nicht darauf ankomme, welcher Konfession ihre Ansprechpartner sind: Auch für die Mitarbeitenden ist Ökumene eine Selbstverständlichkeit, so Burg: „Wo Ökumene gelebt wird, da wird es lebendig!“ Immer gehe es darum zu fragen, was die Menschen brauchen, so Fussy weiter. Die Bielefelder Bahnhofsmission in ökumenischer Trägerschaft bezeichnet er daher auch als einen Ort der Gastfreundschaft: „Es geht doch darum, einfach da zu sein, ohne vordergründig missionarisch zu sein, einfach für die Menschen da zu sein.“

Bevor Domkapitular Thomas Witt am Ende der Feierstunde die Geschäftsräume nach katholischem Brauch segnete, fassten Marc Korbmacher (Diakonie) und Thomas Ehnis (Caritas) ihre Zusammenarbeit in den „sechs ökumenischen V“ zusammen. Die „sechs V“ stünden, so die beiden Geschäftsführer, für Verantwortung (Klienten und Mitarbeiter), Vertrauen (das wachsen muss), Veränderungen (neue Formen von Beratung), Verbesserung (für Klienten) und Vorschuss (ökumenisches Miteinander). Das letzte V, so Korbmacher, passe nicht ganz in den Rahmen, „es ist aber mein liebstes V: Verliebt“. Denn beide, Diakonie und Caritas, seien zwar nicht ineinander verliebt, aber in die Würde jedes Menschen und in die Begegnung Gottes im Nächsten. Keine schlechte Basis für eine ökumenische Zusammenarbeit.

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