Ein junger Pilgerzug zum Dom

Domwallfahrt von rund 1 500 Schülerinnen und Schülern der vom Erzbistum getragenen Schulen

Paderborn (pdp). Fronleichnam, Schützenfest und auch das jährliche Libori-Fest – eigentlich sind die Bewohner der Bischofsstadt Paderborn mit großen Zusammenkünften und Prozessionen vertraut, doch als jetzt rund 1 500 Schüler mit ihren Lehrern feierlich in den Dom einzogen, um mit Erzbischof Hans-Josef Becker einen Gottesdienst zu feiern, war dies für alle eine eindrucksvolle Erfahrung. Die Sechstklässler der 16 an der Wallfahrt teilnehmenden Schulen in Trägerschaft des Erzbistums waren gemeinsam mit ihren Lehrern und Schulseelsorgern der Einladung des Erzbischofs zur Domwallfahrt gefolgt. Die Wallfahrt fand jetzt bereits zum neunten Mal vor den Sommerferien statt.

Eindrucksvoller Pilgerzug zum Dom: Jede Schule hatte ihre eigene Fahne mitgebracht. Fotos: pdp/Throenle

 

Das Leitwort für die jungen Pilger lautete „Zu den Quellen“ und das nicht nur im wörtlichen Sinn als Pilgerweg an die Quellen der Pader. Nach dem Pilgerweg zum Paderborner Markt- und Domplatz und dem Pilgergottesdienst hatten die Wallfahrer die Möglichkeit, sich im Heinz Nixdorf MuseumsForum über Computerwelten zu informieren und an einem vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit seinen Mitgliedsverbänden geplanten Spiel- und Erlebnis-Programm auf dem Freigelände des Heinz Nixdorf MuseumsForums teilzunehmen.

Die gemeinsame Wallfahrt der Sechstklässler hatte am Morgen vor den Toren Paderborns begonnen: Die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Orten des Erzbistums waren vom Heinz Nixdorf MuseumsForum in einem gemeinsamen Pilgerzug an der Pader entlang zu einer Statio auf dem Markt- und Domplatz von Paderborn gezogen. Dort erwartete und begrüßte sie Dompropst Monsignore Joachim Göbel. Der Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat stellte die 16 an der Wallfahrt teilnehmenden Schulen und die anwesenden Schulseelsorger vor. Dabei jubelten die teilnehmenden Schüler begeistert, als die jeweilige Schulfahne erhoben wurde. Mit Krügen schöpften einige der jungen Wallfahrer Wasser aus den Quellen der Pader.

Nach einem kurzen Gebet setzte sich der Pilgerzug in Richtung Paradiesportal des Domes in Bewegung, um durch diesen markanten Zugang das Gotteshaus zu betreten.

Der Gottesdienst verdeutlichte in einer eindrucksvollen Atmosphäre die Pilgergemeinschaft der Schüler und Lehrer: Als Zeichen der Verbundenheit brannten Kerzen der Schulen auf dem Altar. Diese hatten Schüler im Anschluss an die Fürbitten zum Altar getragen, wo sie entzündet wurden.

Im Gottesdienst segnete Erzbischof Becker das aus der Pader geschöpfte Wasser und besprengte anschließend die jungen Wallfahrer mit dem Wasser als Erinnerung an die Taufe.

Über dem Altarraum, im Hochchor des Domes, standen Schülerinnen und Schüler, die die Schulfahne ihrer Schule hielten und so ein buntes Bild der Vielfalt der vom Erzbistum getragenen Schulen vermittelten. Als Andenken an die Domwallfahrt erhielten die Mädchen und Jungen kleine Holzkreuze: Geschmückt mit dem Bild des Pfaus als Zeichen für den Bistumspatron Liborius werden diese Pilgerzeichen die Schülerinnen und Schüler in den kommenden Ferienwochen und in der weiteren Schulzeit an diesen Tag erinnern. Die Schulseelsorger der teilnehmenden Schulen feierten gemeinsam mit dem Erzbischof und Dompropst Göbel den Gottesdienst.

Studierendenpfarrer Dompastor Dr. Nils Petrat und Benedikt Bohn, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Erzbischöflichen Generalvikariates, nannten „Kraftquellen“ der Schülerinnen und Schüler, die diese auf Karten aufgeschrieben hatten: Haustiere, Sport, Musik, Natur, Smartphone, Freunde, Familie, Gebet und Kirchengemeinde.

Im Anschluss stellten sie Erzbischof Becker einige Fragen, die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld formuliert hatten. Dabei ging es auch um seine „Kraftquellen“, nachdem er in einer „Schnellfragerunde“ sein Alter genannt hatte, sich als „Sauerländer“ bezeichnete und sagte, dass er ursprünglich einmal Lokführer werden wollte.

In seiner Freizeit höre er gerne Musik, lese, wandere, verreise und treffe Freunde. Der Glaube und die Erfahrung, dass er als Christ nicht allein sei, vielmehr in Jesus Christus einen Begleiter habe, sei ihm Kraftquelle, so der Erzbischof weiter. Er verriet den jungen Wallfahrern, dass er auf den Tag genau vor 16 Jahren vom Metropolitankapitel zum Erzbischof von Paderborn gewählt worden sei.

Ihm seien Zeiten des Gebetes und der stillen Einkehr sehr wichtig, erklärte er weiter. Gefragt nach schönen Erlebnissen in der Kirche, antwortete er, dass ihm die heutige Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern wertvoll sei, die Begegnung mit Menschen, die Vertrauen schenken. „Es gibt viele wertvolle Edelsteine im Alltag, die mir Unterstützung und Freude sind.“

Musikalisch begleiteten den Gottesdienst eine Gruppe der Mädchenkantorei und des Domchores unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, eine Band aus Studierenden und Mitarbeitern der Uni sowie Organist Marcel Eliasch an der Orgel.

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