Ein Selfie von Gott

Ökumenischer Biker-Gottesdienst in Rheda-Wiedenbrück erfreut sich großer Beliebtheit

Rheda-Wiedenbrück (wl). „Gott schuf uns als sein Abbild. Wir sind alle Selfies von Gott.“ Mit dieser Aussage und unter dem Motto „Ein Selfie von Gott“ haben männliche und weibliche Motorradfahrer sowie Familienangehörige, Freunde und Interessierte den 5. Ökumenischen Biker-­Gottesdienst in Wiedenbrück gefeiert. In diesem Jahr fand er in der St.-Pius-Kirche statt.

Pastor Rüdiger Rasche und der evangelische Pfarrer Marco Beuermann segneten die 90 Maschinen und ihre Fahrer auf dem Vorplatz der St.-Pius-­Kirche. 
Fotos: Leskovsek

 

Die ursprüngliche Idee dazu hatte vor fünf Jahren Sebastian Gehle, der als Feuerwehrmann einen engen Kontakt zu Notfallseelsorger Pfarrer Marco Beuermann hält.

Der war ebenfalls sofort von der Idee begeistert, die Motorradfahrer und ihre Maschinen für die Freiluftsaison zu segnen und Gott darum zu bitten, dass sie sicher unterwegs sind. Auch heute noch ist Gehle der Motor des Wortgottesdienstes und Koordinator, denn nicht nur der evangelische Pfarrer Beuermann ist dabei gefragt, sondern auch sein katholischer Amtskollege Pastor Rüdiger Rasche – denn ökumenisch sollte er sein, der Biker-Gottesdienst – sowie auch die Gruppe M.A.U., die traditionell die Feier musikalisch gestaltet. Ein Lied gehört schon zur Tradition des Gottesdienstes: „Du bist da, bist am Anfang der Zeit, am Grund aller Fragen bist du.“ Das Lied ist an den Psalm 139 angelehnt, der von Beuermann vorgetragen wurde. Er ging in seiner Ansprache intensiv auf das Thema des Tages ein.

Seit 2002 gibt es Selfies. Mit heute rund 1,8 Milliarden täglich verschickten Bildern erlebt diese Form der Selbst­inszenierung einen Höhepunkt. Auch Motorradfahrer machen Selfies von sich auf schönen Touren, vor tollen Kulissen oder in der Gruppe mit Gleichgesinnten.

„Wie sieht eigentlich ein Selfie von Gott aus?“, fragte Pfarrer Beuermann. „Wir sind alle Selfies Gottes, sein Ebenbild, egal ob groß oder klein, dick oder dünn, gut gelaunt oder mies drauf“, betonte er. Nach den Bitten für die nötige Ruhe und Gelassenheit im Straßenverkehr, für vorausschauendes Fahren, Bewahrung vor dem Rausch der Geschwindigkeit und dafür, dass Gott den Fahrern immer gesunden Menschenverstand schenken möge, wurden die blitzenden Motorräder und die Fahrer auf dem Kirchvorplatz gesegnet.

Organisator Sebastian Gehle, der selber eine Aprilia fährt, gab den Beteiligten einen kurzen Ablauf für die gemeinsame einstündige Ausfahrt, die über Land Richtung Oelde und Ennigerloh zurück zur Kreuzkirche führte, wo gemeinsam gegrillt und geplaudert wurde. Motorroller, ­Kinder mit ihren Kettcars, „Schwalben“ aus der ehemaligen DDR und die allerneuesten PS-starken Motorräder waren dabei, doch alle Fahrer hatten ein Ziel: Sie möchten sicher durch die Sommersaison kommen. Pfarrer Marco Beuermann ließ sich bei der Ausfahrt als Nicht-Biker gerne mitnehmen und fand einen Platz als Sozius bei Stadtbrand­inspektor Ulrich Strecker.

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