Ein starkes Symbol der Vollendung

Ganzkörpertaufbecken in Hamm zeigt die Botschaft Jesu auch bei Trauerfeiern

Das Baptisterium ist ein Ort voller tröstlicher Symbolik. Foto: Körtling

 

Hamm. Taufe und Tod – für Christen ist beides miteinander verbunden. Selten wird das so deutlich wie beim Blick auf das Baptisterium, das Ganzkörpertaufbecken der St.-Agnes-Kirche: Es wird für die feierliche Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft ebenso genutzt wie für den Abschied von Verstorbenen. Seit einem Jahr ist es eingeweiht und alle Rückmeldungen sind positiv.

Das Baptisterium interessiert auch nach einem Jahr immer noch viele Menschen: Im Rahmen einer regelmäßigen Besichtigungstour hatte auch der Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann mit einer Gruppe das Taufbecken in der St.-Agnes-Kirche aufgesucht. Beim Anblick des einzigen Baptisteriums im Erzbistum Paderborn erklärte Pfarrer Bernhard Mönkebüscher: „Unsere Kirche lebt auch von starken Zeichen: Die Ganzkörpertaufe in diesem Becken ist so ein Zeichen.“ Ebenso eindrucksvoll seien aber auch die Beisetzungen, bei denen der Sarg oder die Urne über dem Becken positioniert werden. Dazu passe, dass das „Wasser“ in der Bibel zen­trale Bedeutung habe: Durch die Taufe gehe Gott einen ewigen Bund mit dem Menschen ein, der über den Tod hinausreiche.

Im Baptisterium taucht der Täufling mit dem ganzen Körper ins Wasser ein. Dadurch werde dieses Sakrament zu einem besonders intensiven Erlebnis: für den Täufling ebenso wie auch für den Geistlichen und die ganze Gemeinde. Wenn das Baptisterium dann wieder für Trauerfeiern genutzt werde, schließe sich ein Kreis. „In der Trauerliturgie heißt es, dass der Herr an dem Verstorbenen vollenden solle, was er in der Taufe begonnen hat. Taufe, Tod und Auferstehung stehen für uns Christen in einer Reihe: Das wird hier in besonderer Weise deutlich“, so Mönkebüscher.

Auch abseits solch offizieller Termine, sei das Baptisterium als Ort für Trauerfeiern ein stetes Thema, wie der Pfarrer verrät: „Immer wieder bekommen wir Anrufe, ob man denn Gemeindemitglied sein müsse, um solch eine Trauerfeier durchführen zu können“, sagt Bernd Mönkebüscher. Da könne er aber alle beruhigen. Jeder Katholik könne dort auf Wunsch seine Trauerfeier haben. Natürlich wolle man keinen „Tourismus“, aber viele Besucher fragten auch nach dem ersten Kennenlernen des Ortes bewusst nach.

Nach mehreren Beisetzungen seien die Rückmeldungen der Hinterbliebenen durchweg positiv: „Viele Leute bestätigen mir anschließend, dass die christliche Botschaft durch diesen besonderen Ort ganz tröstlich erlebbar werde“, so Mönkebüscher.

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