Eine Bedrohung

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Der Friedensdom in Hiroshima erinnert an den Atombombenabwurf 1945. Die Bedrohung durch nukleare Waffen ist wieder aktuell. Foto: bildpixel/pixelio

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Alle reden vom Klimaschutz – zu Recht. Das Thema ist wichtig. Denn es ist überlebenswichtig für die Menschheit. Deshalb ist es auch gut, wenn junge Menschen auf die Straße gehen und Politiker zum konkreten Handeln auffordern.

Etwas in den Hintergrund gedrängt wird dadurch eine andere Bedrohung für die Menschheit – das riesige Arsenal von Atomwaffen, das geeignet ist, die Erde gleich mehrfach zu zerstören. Angesichts des 74. Jahrestages der amerikanischen Atombomben-Abwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki hat der Präsident von „pax christi“, Bischof em. Heinz Josef Algermissen, eindringlich auf das Problem aufmerksam gemacht. Und er ruft uns alle auf, wachsam zu sein (siehe Bericht Seite 12).
Diese öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber den Atomwaffen hat in den letzten Jahren ganz stark nachgelassen. Zwar demonstrieren während der Ostermärsche immer einige Hundert Menschen vor dem amerikanischen Atomwaffenlager im rheinland-­pfälzischen Büchel, doch den ganz großen Aufschrei gibt es nicht mehr. Die Zeiten, in denen Hunderttausende Menschen gegen die Aufrüstung protestierten, scheinen vorbei zu sein.

Die Bedrohung allerdings ist nicht kleiner, sondern eher größer geworden. Der Iran und Nordkorea haben ihre Pläne, Atomwaffen zu entwickeln, längst nicht aufgegeben. Die USA und Russland haben derzeit an einer Abrüstung kein Interesse, sondern wollen stärker aufrüsten. Hinzu kommt, dass an zentralen Stellen der Macht in der Welt heute unberechenbare Politiker sitzen.
Die Bedrohung durch Atomwaffen ist real. Deshalb ist der Einsatz aller, vor allem der Christen, für die Abrüstung gefordert – heute mehr denn je.

Ihr
Matthias Nückel

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