Einzigartig in Südwestfalen

Malteser feiern zehn Jahre Intensivtransport im Kreis Siegen-Wittgenstein

Feiern das Jubiläum (v. l.): Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod, Malteser-Kreisbeauftragter Reinhard Biehl, Nicole Reifenrath (stellvertretende Leiterin des ITW), Christian Bruno (Leiter der Malteser-Dienststelle Südwestfalen), Landrat Andreas Müller und Stadtkämmerer Wolfgang Cavelius. Foto: Frank Kaiser

 

Netphen. Die Malteser in Siegen-­Wittgenstein feiern: Seit nunmehr zehn Jahren fahren ihre rollenden Intensivstationen durch das Siegerland. 70 Malteser und geladene Gäste blickten in einer Feierstunde auf die Anfänge des Intensiv- und Sekundärtransportes zurück.

Wenn der Intensivtransportwagen (kurz: ITW) der Malteser in Siegen-­Wittgenstein losfährt, dann geht es immer um Menschenleben. Daher besetzen hochqualifizierte Kräfte das Fahrzeug: ein intensivmedizinisch erfahrener Arzt, ein Intensivpfleger, ein Rettungssanitäter oder -assistent oder ein Notfallsanitäter. Der Intensivtransport ist der fachlich anspruchsvollste Einsatz im Rettungsdienst. Bei diesen sogenannten Sekundärtransporten werden schwerstkranke Patienten unter intensivmedizinischen Bedingungen zwischen Kliniken transportiert – ohne dass während des Transportes ein Qualitätsverlust in der intensivmedizinischen Behandlung stattfinden darf. Der ITW bringt Patienten aus Krankenhäusern in Siegen-­Wittgenstein zu einer Uni- oder Spezialklinik nach Köln und Bonn, nach Gießen oder Marburg. Noch im Jahr 2008 fuhr der ITW gerade einmal 35 Einsätze, heute sind es schon über 250.


Malteser-Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod und Christian Bruno, Leiter der Dienststelle Südwestfalen in Netphen, blickten mit 70 Gästen auf die ersten zehn Jahre zurück. „Heute gilt es, kräftig danke zu sagen! Aus einer kleinen, tollen Idee ist etwas wirklich Großartiges geworden“, sagte Andreas Bierod. Auch Andreas Müller, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, und Wolfgang Cavelius, Kämmerer der Stadt Siegen, lobten das große Engagement der Malteser, die mit ihrem Intensivtransport Erfolgsgeschichte geschrieben hätten.


Alles begann bereits 2006, als einige Ärzte um Dr. Jörg Conzen, heute Ärztlicher Leiter des Intensivtransportes, die ersten Ideen zu einem Sekundärtransport hatten. Dann mussten die Rahmenbedingungen geklärt werden: Wer muss auf so einem Auto sitzen? Woher bekommen die Malteser die notwendigen Spezialgeräte? Wer hat ein passendes Auto? Am Ende ­fanden sich die Diakonie Südwest­falen mit dem Jungstilling-­Krankenhaus und der Malteser Hilfsdienst mit der Gliederung Bad Laasphe zusammen.


2007 ging es dann in die Planung – mit sechs Rettungs­assistenten, sechs Intensiv­pflegern und einigen Ärzten. Zunächst übernahm der ITW ausschließlich Transporte für den sogenannten Rückholdienst. Dabei handelt es sich um einen Dienst, bei dem die Malteser Menschen bei Krankheit oder Unfall sicher nach Hause transportieren – im Inland genauso wie von jedem anderen Ort auf der Welt. Im Spätherbst 2008 startete der erste Verlegungseinsatz, der über die Leitstelle des Kreises Siegen-Wittgenstein kam.


Ab 2014 wurde es schwieriger Ärzte zu finden, die als „Freelancer“ das Auto besetzen konnten oder wollten. Die Malteser intensivierten daher die Kooperation mit der Diakonie Südwestfalen. Gleichzeitig wurde ein fester Wachdienst etabliert. Seit 2016 konnten die Malteser ein neues, hochmodernes Fahrzeug in Betrieb nehmen. Der speziell ausgerüstete Lkw kostete rund 300 000 Euro. Während der Fahrt können sogar Laboruntersuchungen vorgenommen werden. Eine Schwerlasttrage ermöglicht den Transport von Patienten mit über 200 Kilo Körpergewicht. Das Fahrzeug ist mit hochwertiger Technik ausgestattet – wie einem Intensivbeatmungsgerät und einem EKG mit 12-Kanal-Ableitung. Es ist einzigartig in Südwestfalen und in dieser Ausführung einzigartig im gesamten Malteserverbund in Deutschland. Auch Krankenhausbetten können darin problemlos befördert werden.
Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte im Jahr 2008 mit einem Rettungswagen (RTW), der von der Malteser-Gliederung Bad Laasphe zur Verfügung gestellt und mit teils geliehener Medizintechnik ausgerüstet wurde. 2012 wurde dann ein neuer RTW beschafft, der zum ITW umgebaut wurde. Mittlerweile ist die Malteser-Kreisgliederung Siegen-Wittgenstein für den Betrieb des ITW zuständig.


Die rollende Intensivstation der Malteser ist heute ein fester Bestandteil des Rettungsdienstes im Kreis Siegen-­Wittgenstein – und auch für die Nachbarkreise sowie die rheinland-pfälzischen und hessischen Nachbargemeinden unverzichtbar.

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