Ganz im Zeichen des Fußballs

In der Dortmunder Dreifaltigkeitskirche fand wieder der ökumenische BVB-Gottesdienst statt.

Zahlreiche Anhänger des BVB hielten die Übergabe der Vereinsfahne mit ihren Handys fest. Foto: Plamper

 

Dortmund. Der ökumenische Gottesdienst für die Fans des Bundesligisten BVB 09 hat schon traditionellen Charakter. Zum Saisonauftakt der Fußballbundesliga fand er in der Dortmunder Dreifaltigkeitskirche an der Flurstraße in der Nähe des Borsigplatzes statt und ist ein Muss für viele BVB-Anhänger.

von Elisabeth Plamper

Die Glocken der Dreifaltigkeitskirche läuteten. Noch war es etwas Zeit bis zum Beginn des Gottesdienstes zum Sai­son­auftakt. Karsten Haug erinnert sich: „Zum ersten Mal fand der Gottesdienst zu Beginn des Jubiläumsjahres zum 100-jährigen Bestehen des BVB am 19. Dezember 2008 statt.“ Der Gemeindereferent in der katholischen Kirchengemeinde Heilige Dreikönige war damals dabei, als Weihbischof Matthias König dem Gottesdienst vorstand.

Draußen vor der Kirche bereitete sich derweil Michael Wennighaus auf seinen Part vor. Der Vorsitzende des BVB-­Fanclubs „Herz des Nordens“ trug vor dem Gottesdienst mit zwei weiteren Fahnenträgern die Club-Fahne „Herz des Nordens“, die Fan-Fahne „Totale Offensive“ sowie die Vereinsfahne des BVB in die Kirche.

Dort erfüllte bereits gedämpftes Stimmengewirr den Raum. Ganz vorn, in der ersten Bank neben dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau und BVB-Marketing-Chef Carsten Cramer, saß die Fußballlegende Siggi Held. „Der Gottesdienst ist ein schöner Brauch, um sich auf die Saison einzustimmen“, sagte der 75-Jährige. „Ich bin gespannt auf das, was auf uns so zukommen wird.“

Ein paar Bänke weiter, inmitten der Fangemeinde, hat Stefan Wewer, Mitglied im BVB-Club „Blind Date“, einen Platz gefunden. Er war extra aus Hagen angereist. „Es ist eine tolle Gemeinschaft hier“, so der 48-Jährige. Nach Dortmund komme er immer wieder gern. „Ich bin hier zur Schule gegangen und die Stadt gefällt mir.“

Pünktlich um 19.09 Uhr begann der Gottesdienst mit dem Lied von Joachim Neander aus dem Jahr 1680 „Lobe den Herren“. Karsten Haug und der evangelische Pfarrer Friedrich Laker begrüßten die Borussia-Fans in ihren schwarz-gelben Trikots.

Nach der Lesung hatte als Impulsgeber dann der Autor und TV- und Hörfunk-Moderator Jörg Thadeusz das Wort. Als gebürtiger Dortmunder ist er natürlich auch Borussia-­Anhänger. Unter seinem grauen Jackett trug er schon das neue Auswärtstrikot 2017/18. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen rückte er die Liebe zum Fußball und zum Verein, das Mitfiebern bei den Spielen gemeinsam mit Freunden, die Siegesfeiern und die Werte, die im Sport ihre besondere Bedeutung haben – wie beispielsweise Fairness.

Darum ging es dann auch in dem sich anschließenden BVB-­Gebet: „… Möge das Fußballspiel auch immer wieder ein Zeichen des Friedens, der Gerechtigkeit und des Dialoges zwischen den Menschen sein. Mit Respekt und Anerkennung möchte ich auch den Verlierern begegnen und so die Fairness im Sport fördern …“ Thadeusz Appell für die neue Saison lautete: „Wie immer, das Triple – Champions League, DFB-Pokal, Meisterschaft.“

Obwohl es schon als ein festes Ritual bezeichnet werden kann, ist es jedes Mal ein bewegender Moment, wenn die schwarz-gelbe Vereinsfahne nach dem Song „Leuchte auf, mein Stern Borussia“ an die Verantwortlichen des Vereines übergeben wird. Zahlreiche Anhänger des BVB hielten die Aktion mit ihren Handys fest.

Musikalisch begleitete den Gottesdienst der Chor „Junge Vocalisten Dortmund“. Als Höhepunkt präsentierten sie den Song „Youll never walk alone“. Zum Abschluss sangen die Fans gemeinsam das Vereinslied: „Wir halten fest und treu zusammen“.

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