Ideen für den Gottesdienst

Erste Liturgiewerkstatt im Pastoralverbund Reckenberg

Rheda-Wiedenbrück. Mit dem Thema Liturgie hat sich der Pastoralverbund Reckenberg in Rheda-Wiedenbrück im Rahmen einer „Ersten Liturgiewerkstatt“ intensiv beschäftigt. 24 Interessierte, die zum Teil ehrenamtlich in der Kirche tätig sind oder aber generell Interesse daran haben, das Thema zu überdenken, nahmen an der Tagung teil.

Einige Teilnehmer der Liturgiewerkstatt des Pastoralverbundes Reckenberg betrachten zusammen mit Pastor Olaf Loer (Mitte) und Pfarrdechant Reinhard Edeler die Themenwand. Darauf wurden Schulnoten für die verschiedenen Aspekte der Liturgie vergeben. Anschließend wurde diskutiert. Foto: Leskovsek

 

von Waltraud Leskovsek

Was ist Liturgie? Eine Lebensäußerung der Kirche, eine Aktionsgemeinschaft von Christus und seiner Kirche oder eine Schicksalsfrage der Kirche? Schulnoten wurden vergeben für die Mystik, für Kult, für Ästhetik, Sprache, Musik, Ort und Zeit der Liturgie.

Dabei war es Pfarrdechant Reinhard Edeler wichtig, dass die Teilnehmer keine Tabus kennen, sondern ehrliche Antworten geben. Es sollten neue Ideen zusammengetragen werden, ohne jedoch Bewährtes aufzugeben.

„Wir haben für die nächsten Jahre ein anspruchsvolles Ziel und möchten die Feier der Liturgie, die Formen und Arten in den Blick nehmen, Neues wagen, Bewährtes aufrechterhalten und die Bedürfnisse der Menschen beachten“, gab Edeler allen als Hilfe bei ihren Überlegungen mit auf den Weg.

Schnell kam heraus, dass beispielsweise die Uhrzeiten der Gottesdienste am Sonntagmorgen nicht mehr in das Lebensbild der Menschen passen – etwa wenn sie teilweise bereits um 9.00 Uhr stattfinden. Vieles habe sich schleichend verändert und die Kirche müsse sich anpassen, darüber waren sich alle einig.

Es wurde auch intensiv darüber diskutiert, ob Gottesdienste immer zwangsläufig in der Kirche stattfinden müssen oder ob die Kirche zu den Menschen kommen kann.

„Wir können doch durchaus auch mal einen Gottesdienst in einem privaten Raum feiern oder, wie wir im Sommer gesehen haben, auch mal in einer Gärtnerei oder auf einem Sportplatz“, erklärte Pfarrdechant Edeler. Wichtig sei, dass die Faszination eines Gottesdienstes erhalten bleibe, dass es kein Event werde, sondern eine Liturgie bleibe, aus der man Kraft, Trost, Sicherheit oder Mut schöpfen könne. In kleinen Arbeitsgruppen wurden viele Anregungen gesammelt, die nun erst einmal ausgewertet werden.

Das Thema Mobilität kam ebenfalls zur Sprache. Was machen Menschen, die nicht mehr mobil sind, aber gerne zum Gottesdienst möchten, wenn es in ihrer Nähe aber keinen mehr gebe? Kann man Fahrdienste einrichten?

Oder auch die Frage, warum der Gottesdienst sonntagvormittags oder samstagabends stattfinden muss, wurde erörtert. Auf Dauer sei es nicht mehr möglich, die Anzahl der Gottesdienste so aufrechtzuerhalten, erklärte Edeler. Wenn das Franziskanerkloster in Rheda-Wiedenbrück in zwei oder drei Jahren geschlossen werde, fielen wieder Geistliche aus, die bislang eine wichtige Unterstützung seien. Sicherlich werde das ein längerer Prozess werden, doch kleine Schritte könnten auch jetzt schon nach und nach umgesetzt werden, so der Pfarrdechant.

„Seien Sie kreativ, kritisch, mutig und offen für neue Dinge“, gab Pastor Olaf Loer den Arbeitsgruppen als Tipp mit. Im Herbst wird es eine weitere Liturgiewerkstatt geben.

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