Im Vertrauen auf die eigenen Stärken

Firmenjubiläum: Bonifatius GmbH feierte 150-jähriges Bestehen mit zahlreichen prominenten Gästen

Festakt zum „150-Jährigen“: Domkapitular Dr. Hermann Wieh aus Osnabrück, Geschäftsführer Rolf Pitsch, Landtagspräsident André Kuper, VDZ-Präsident Dr. Rudolf Thiemann, Erzbischof Hans-Josef Becker, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Richard Böger, Betriebsratsvorsitzender Lucius Ledwinka und Geschäftsführer Tobias Siepelmeyer (v. l.). Fotos: Wiedenhaus

 

Paderborn. Gegründet im Kulturkampf Bismarcks gegen die katholische Kirche, Kriege und Krisen überstanden, heute ein moderner Mediendienstleister im Digitalzeitalter: Die Paderborner Bonifatius GmbH, in deren Verlag „Der DOM“ erscheint, blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Gefeiert wurde das Jubiläum jetzt mit zahlreichen prominenten Gästen.

von Andreas Wiedenhaus

Ein Bekenntnis zu den traditionellen Medien – insbesondere zu den gedruckten – stand im Mittelpunkt der Festrede, die Dr. Rudolf Thiemann, Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), hielt: In einer Zeit, in der die Kommunikation in der Gesellschaft „offensichtlich gestört“ sei, komme der freien Presse eine wichtige Rolle in einer demokratischen Gesellschaft zu. Mit Blick auf Internetgiganten wie „Facebook“ sei zwar die Politik gefordert, sagte Thiemann, um entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig sieht der VDZ-Präsident die Verleger in der Pflicht, die eigenen Stärken herauszuarbeiten: „Freiheit, Vielfalt und Wettbewerb sind unsere Säulen. Sie prägen uns. Sie sind das Schmieröl der Demokratie.“

In diesem Zusammenhang erwähnte Thiemann auch den „DOM“, der zwar eine kirchliche Zeitschrift, aber keine „Kirchen-PR“ sei: „Er ist ein journalistisches Medium, das von Profis gemacht wird.“

Ein Plädoyer zugunsten des Buches und des Lesens hatte zuvor Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Grußwort gehalten: „Bücher sind ein Lebenselixier, ein Heiltrank, der das Leben erhält, auch und gerade gute theologische und geistliche Bücher.“ Der Erzbischof bezeichnete Bonifatius als ein katholisches Medienunternehmen, das in nicht unerheblichen Teilen auch ein theologischer Fachbuchverlag sei. Als solcher trage es dazu bei, dass gute Lektüre unter die Menschen komme.

Auf den Zusammenhang mit einem weiteren Jahrestag verwies Landtagspräsident André Kuper: Vor 70 Jahren sei das Grundgesetz in Kraft getreten. Das Exemplar des Grundgesetzes, das er gerade noch in der Hand gehalten habe, sei bei Bonifatius gedruckt worden: „Da ist man als Westfale ja nicht bloß stolz, wenn man das liest. Sondern da denkt man: Das passt!“ Gefeiert werde an diesem Tag, so der Landtagspräsident, nämlich „kein belangloses Firmenjubiläum“.

„Wer ein Verlagshaus betreibt, der hat Verantwortung für das, was er druckt; der trägt Verantwortung für unsere Demokratie, für die Meinungsfreiheit“, sagte Kuper wörtlich und gab den Verantwortlichen Folgendes mit auf den Weg: „Halten Sie auch an den ethischen Akzenten fest, den Schriften, die heute zwar nicht von den Massen gekauft werden, ohne die aber unsere Gesellschaft orientierungslos würde, weil die Werte in Vergessenheit gerieten, auf denen wir gründen!“

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