„Lobet und preiset den Herrn“

Lobpreis-Workshop in der Herner Pfarrei St. Dionysius stieß auf große Resonanz

Herne. Pilgern ist beten mit den Füßen, Lobpreisen ist beten mit der Stimme. Auf beeindruckende Weise stellte Raphael Schadt (­credo-­online.­de) jetzt diese besondere Art des Gebetes und der Anbetung in der Pfarrgemeinde St. Dionysius in Herne vor.

von Elisabeth Plamper

Raphael Schadt saß am Keybord und präsentierte den Song „Bless the Lord – 10 000 Reasons“ des englischen Liedermachers Mat Redman. „Lobpreis-Lieder verknüpfen Text, Melodie, Form und Inhalt auf eine besonders eingehende Weise. Sie sprechen Kopf, Herz und Bauch an“, erklärte er. Es seien gesungene Gebete. „Lobpreis bleibt meist nicht dabei, über Gott zu singen, sondern zu ihm.“

Jedes Lied habe mehr oder weniger einen theologischen Hintergrund. Sie sei „keine fromme Unterhaltungsmusik“, sondern „ein Zeugnis des Autors für das Evangelium“. „Ein guter Song ist wie ein Löwenzahnsamen“, so der Referent. Er blühe auf fruchtbaren Wiesen und der Wind verteile den Samen überall hin. Dort, wo er auf empfängliche Erde falle, blühe der nächste Löwenzahn.

„Ich finde es sehr interessant, auch einmal den Hintergrund des Lobpreises erklärt zu bekommen“, sagte Sarah aus Herne. Bisher habe es bei ihr oftmals geheißen: „Learnig by Doing“. Die Idee, einen Lobpreis-­Workshop zu organisieren, hatte die Nightfever-­Projektband der Pfarrei. Ihr Wunsch sei es, weitere Formen und Möglichkeiten des Lobpreises kennenzulernen und das Gespür für geistliche Musik zu vertiefen, erläuterte Gemeindereferent Karsten Jung.

Für Raphael Schadt geht die bewusste Bejahung der Frage „Will ich das glauben, will ich dem Wort folgen?“ dem Lobpreis voraus. Daraus ergebe sich dann unter anderem die Nachfolge und Mission. „Das Bekenntnis kommt aus einem selbst“, meinte Thorsten, der aus dem Sauerland anreiste.

Der Einsatz des Lobpreises sei facettenreich – sei es in der Messe, auf Hochzeiten, bei Taufen oder Beerdigungen. Im zweiten Teil seines Referates ging Raphael Schadt auf die Lobpreis-Gestaltung zu unterschiedlichen Anlässen ein. Wie gestalte ich auch Settings, in denen Lobpreis-Musik eine zentrale Stellung einnimmt – wie beispielsweise bei der eucharistischen Anbetung, Jugendvespern, auf dem Jugendfestival und an Versöhnungsabenden? „Ich merke, dass beim Lobpreis eine starke Gottesbeziehung entsteht“, findet Markus Hanke, Vikar in der Pfarrei St. Dionysius.

„Der Workshop war ein voller Erfolg“, fasste Karsten Jung am Abend zusammen. Inhaltlich hätten ihn und die Teilnehmer zwei Dinge besonders begeistert. Zum einem habe Raphael Schadt „die Seele eines guten Lobpreis-Liedes“ analysiert. „Dabei fand eine Übereinstimmung statt zwischen dem Gefühl, das ein Lobpreis-Lied in uns hervorruft, dem Inhalt, der dem Evangelium entspricht, und der Entscheidung des Anbetenden, sich zu Gott zu bekennen.“ Der Inhalt sei im Kopf angekommen, das Herz habe sich für das Bekenntnis zu Gott entschieden und im Bauch habe sich die Musik gut angefühlt.

Zum zweiten habe das Thema „Flow’s“ begeistert. Das sei, um in der Anbetung stärker zu verweilen, sehr hilfreich. „Man kann auch von einem Lobpreis-Medley sprechen, also einer inhaltlichen und stilistischen Aneinanderreihung von Lobpreis-Liedern, denn bei Flow’s gehen Lobpreis-­Lieder ohne Pausen ineinander über“, so Jung. „Wir haben Lieder nach Tempo, Ton­art und Thema analysiert und einen Flow selber erstellt.“

Zur Begeisterung aller betete Raphael Schadt diesen dann später vor. „Die Dynamik, die durch Aneinanderreihung von Lobpreis-Liedern entsteht, hat uns sehr überrascht. Dadurch wurde jedem Teilnehmer noch mal klar, wie intensiv eine Anbetung sein kann.“

Neben den Inhalten sei es auch die erlebte Gemeinschaft gewesen, die diesen Tag so besonders gemacht habe. „Ob es beim Mittag- oder Abendessen war, während der Einheiten oder am Ende während der gemeinsamen Anbetungszeit – es war immer eine be­GEISTernde Atmosphäre zu spüren, in der viel gelacht, gelernt und miteinander musikalisch gebetet wurde. Der gesamte Tag war für uns alle eine Bereicherung“, so Jung.

Zum Auftakt des Lobpreis-­Workshops mit Raphael Schadt (hinten, rechts) las Karsten Jung aus der Bibel den Psalm 22,4. Foto: Plamper

 

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