Recht auf Schutz

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat jetzt erstmals eine Statistik über Straftaten gegen Christen in Deutschland erstellt. Demnach gab es im vergangenen Jahr fast 100 gezielte Angriffe auf Christen und christliche Symbole wie Kirchen, Wegekreuze, Halsketten oder Kruzifixe.

Foto: Petra Discherl / pixelio

 

Auf den ersten Blick ist diese Zahl hoch. Doch sie bedarf der Ergänzung. Denn mehr noch als Christen sind jüdische Mitbürger bedroht. Allein im ersten Halbjahr 2017 gab es 681 antisemitische und antiisraelische Delikte in Deutschland. Darunter waren 15 Gewalttaten. Die große Mehrheit waren Fälle von Volksverhetzung. Die Zahl der antisemitischen Straftaten weist eine steigende Tendenz auf. Ein Teil der Täter ist mittlerweile islamistisch. Die große Mehrheit der Täter sind Rechtsextreme.

Diese greifen auch immer wieder Asyl­unter­künfte an. Zwischen Januar und Okto­ber 2017 gab es 226 Attacken auf Flüchtlingsheime.

Alle Zahlen zusammen betrachtet zeigen, dass das Klima des Hasses und der Gewalt in Deutschland wächst. Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, zu einem anderen Volk oder die Hautfarbe eines Menschen reicht Tätern schon, um Gewalt auszuüben.

Auch wenn die Ursachen für die Gewalt gegen Christen, Juden oder muslimische Flüchtlinge unterschiedlich sind, so steht doch eines fest: Der Respekt vor anderen Menschen und dem Eigentum anderer ist in den vergangenen Jahren gesunken.

Jede Gewalt gegen Menschen und Sachen muss verfolgt und geahndet werden. Auch in der politischen Debatte dürfen die Taten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Jeder hat ein Recht darauf, dass der Staat ihn schützt – ob Christ, Jude oder Muslim.

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