Scherben weisen den Weg

Martin Nyqvist ist der neue Kirchenmusiker des Pastoralverbundes Attendorn

Attendorn (ML). „Mein Vater hat in mir die Musik entdeckt, als ich als Kleinkind die Teller zerdeppert habe“, sagt Martin Nyqvist und lacht. Der musikalische Scherbenhaufen entpuppte sich als wegweisend für seinen weiteren Lebensweg. Der 31-Jährige ist der neue Kirchenmusiker im Pastoralverbund Attendorn.

Martin Nyqvist an der Klais-Orgel in der Attendorner Pfarrkirche. „Diese bietet interessante Möglichkeiten, zu improvisieren“, sagt der Kirchenmusiker.Foto: Lüttecke

 

Nachdem dessen Vorgänger zum Jahreswechsel überraschend die Stelle wechselte, wurde in den vergangenen Monaten ein neuer Anwärter für die „Leuchtturmstelle“ als Kirchenmusiker in Attendorn gesucht. In der siebenmonatigen Vakanz übernahmen Otto Höffer, Diethard Wurm und Paul Maiworm im Wechsel die Vertretung.

Martin Nyqvist ist gebürtig aus Frankfurt am Main, aufgewachsen in Oberursel und war zuletzt in Regensburg als Kirchenmusiker tätig. Seinen nordischen Nachnamen hat er von seinem Vater, einem Schweden. Relativ früh ist Martin Nyqvist in Kontakt mit der Musik gekommen. Den ersten Klavierunterricht hatte er mit sieben Jahren bei seinem Großvater. Zum Orgelspielen kam er über die Kirchen, in denen er gerne dem Organisten beim Spielen zuhörte und zuschaute. So folgte unweigerlich ab 1997 Orgelunterricht bei Bezirkskantor Bernhard Schmitz-Bernard. Im Bistum Limburg absolvierte Nyqvist im Jahre 2000 die D-Prüfung und 2005 die C-Prüfung. In dieser Zeit begann er auch in Kirchengemeinden seiner Heimat, regelmäßig in Gottesdiensten zu spielen. 2006 zog es Martin Nyqvist zum Studium nach Regensburg. An der katholischen Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik studierte er Kirchenmusik, Orgel und Improvisation bei Rudolf Fischer und Chorleitung bei Prof. Kunibert Schäfer. 2011 erhielt der musikbegabte Mann dafür das B-Diplom. Seit 2010 studierte Ny­qvist auch Gesangspädagogik bei Sigrid Kessler und Prof. Christian Schmidt-Timmermann. Diesen Studiengang schloss er 2014 mit dem Bachelor ab. Ganz fertig ist Martin Nyqvist mit seiner umfassenden Ausbildung noch nicht, denn das Studium der Musiktheorie möchte er im Oktober in Regensburg noch abschließen.

Im Jahre 2012 bekam er die erste Festanstellung und zwar eine halbe Stelle als Kirchenmusiker in der Dompfarrkirche Niedermünster in Regensburg, die er bis zum vergangenen Monat innehatte. In dieser Zeit machte er sich einen Namen, indem er ein eigenes Musical über Thomas Morus schrieb. Dazu gekommen war er, weil die Chöre der Dom­pfarrei Lust auf ein Musical hatten. Nyqvist dachte sich: „Warum nicht selber eines schreiben?“ Ein Jahr hat Martin Nyqvist an diesem Musical gearbeitet. Für die Aufführung wurden 50 Laiendarsteller und Statisten eingebunden. Die Parts von Thomas Morus und dessen Tochter erforderten professionelle Sänger. Außerdem kam ein 15-Personen-Orchester hinzu.

In Attendorn übernimmt Nyqvist den Domchor und in Dünschede den Kirchenchor. Mit Tatiana Hundt wird er gemeinsam den Attendorner Kinderchor „Domkids“ leiten.

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