Sieben Jahrzehnte Frieden

Caritas Olpe setzt mit alternativem „G-7-Gipfel“ ein Zeichen für Europa

Olpe. Einen alternativen „G-7-Gipfel“ auf dem Biggesee hat der Caritasverband Olpe mit 120 Gästen veranstaltet. Im Mittelpunkt dabei: die sieben großen Heiligen Europas.

Persönlichkeiten, die mit europäischen Themen verbunden sind, diskutierten unter der Moderation von Hettwich vom Himmelsberg, die sich zur Feier von mehr als 70 Jahren Frieden in Europa in ihr „Glamouroutfit“ geworfen hatte, über Frieden, Migration und Umweltschutz. Neben viel Humor kamen aber ernste Themen in den Diskussionen nicht zu kurz.

Begleitet wurde der Abend von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Maria Königin. Sie stellten sieben Heilige dar, die mit ihrem Leben als Beispiele für gelebte europäische Werte wie Mitei­nander, Solidarität, Toleranz und die Bewahrung der Schöpfung dienen.

Als Zeitzeuge berichtete Franz Becker von seinen ganz persönlichen Eindrücken und Erlebnissen zur Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges und der Zerstörung. „So etwas darf nie wieder passieren“, waren sich die Anwesenden einig. Europa habe uns sieben Jahrzehnte Frieden beschert.

Der Gründer und Geschäftsführer von „In safe hands“, Jonas Ermes, der sich in einem griechischen Flüchtlingscamp engagiert hat, appellierte an die europäischen Werte und rief dazu auf, die Perspektive derjenigen zu betrachten, die in Not sind und Hilfe suchen und nicht, wie es heute häufig der Fall sei, zu überlegen: „Was brauchen wir?“, und davon abhängig zu machen, wer ins Land kommen dürfe und wer nicht.

Christiane Kasperkowiak, in Kirche und Caritas-Konferenz ehrenamtlich engagiert, erlebt Europa jeden Tag – und zwar als Betreuungskraft auf dem Schulhof. Migration und Integration seien dort alltäglich. Integration müsse aber auch außerhalb des Schulhofes erfolgen, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Ansgar Kaufmann, Lehrer am Gymnasium Maria Königin in Altenhundem, betonte die Zusammenarbeit Europas in Sachen Klimaschutz: „Es hilft nicht, wenn nur wir in Deutschland etwas tun – ganz Europa muss etwas tun.“

Fragen an das Publikum zeigten, dass nahezu jeder der Anwesenden schon von den Vorteilen Europas profitiert hat, sei es bei Reisen ins Ausland – die älteren Gäste konnten sich noch gut an stundenlanges Warten bei den Grenzkontrollen erinnern –, Auslandsaufenthalte während der Schulzeit oder des Studiums.

Wie wichtig Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Völker und Kulturen, das Reisen und „über den Tellerrand hinauszuschauen“ ist, betonte auch Pfarrer Markus Leber. Offenheit und Toleranz, Neugierde und Lernbereitschaft seien maßgeblich für gelungene Integration verantwortlich.

Man dürfe sich die Frage nach Europa in einigen Jahren gar nicht mehr stellen, sagte Lothar Epe, Vorsitzender im Olper Caritasrat. Europa müsse dann selbstverständlich vereint existieren.

Die Veranstaltung und die Diskussionen der Gäste machten deutlich, wie selbstverständlich Europa, offene Grenzen und ein Leben in Frieden und Freiheit in unserem Alltag geworden sind. Gerade deshalb ist trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, die sich in und mit Europa auftun, wichtig, ein Zeichen für Europa zu setzen und sich für seine Bewahrung einzusetzen.

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