Spannender Abend zum Thema Teufel

Werler Reihe „Theologie an der Theke“: religiöse Themen in zwangloser Atmosphäre

Werl. Die Veranstaltungsreihe „Theologie an der Theke“ hat begonnen: Experten und Gemeindemitglieder tauschen sich dabei an vier Abenden zum Glaubensbekenntnis aus. Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Paderborner Priesterseminars, begann mit: Widersagt ihr dem Satan, dem Urheber des Bösen?

Die 50 Teilnehmer im Walburgahaus erlebten einen spannenden Abend mit Tiefgang. Foto: Schulte

 

von Tobias Schulte

Er ist zurück im öffentlichen Diskurs: der Teufel. Papst Franziskus spricht immer wieder von ihm. Zuletzt beim Missbrauchsgipfel in Rom. Zum Werkzeug Satans seien die Priester geworden, die aufgrund ihrer menschlichen Schwäche Kinder missbraucht haben. In Deutschland wurden die Aussagen von Franziskus zum Teufel oft wiedergegeben und diskutiert. Lenkt der Papst von der Schuld der Täter ab? Ist der Teufel mit im System?

Die Fragen, die den Abend bestimmten: Wer ist der Teufel überhaupt? Können wir ihn uns als Person vorstellen oder gibt es eher das Böse als eine abstrakte Gewalt? 50 Menschen kamen ins Walburga­haus in Werl, um Menke-­Peitzmeyer zu diesen Fragen zuzuhören. Der Regens stellte zu Beginn seines Impulsvortrages fest: „Das Böse ist gegenwärtig – in der Weltpolitik, unserer Gesellschaft und auch in der Kirche. Das Böse bedrängt und belastet uns Menschen.“

„Es gibt wenig lehramtliche Aussagen der Kirche zum Teufel“, stellte Menke-Peitzmeyer klar. Die Kirchenväter beschrieben den Teufel als ein Geschöpf auf der Ebene der Engel. Eine personalisierte Kraft, die dem guten Werk Gottes einen Strich durch die Rechnung mache – aber kein Gegenüber Gottes, der mit ihm auf Augenhöhe ist. Der Regens selbst warnte davor, den Teufel zu sehr zu personalisieren und zu vermenschlichen. „Dann wird er zu einem Gespenst, das Angst macht.“

Letztlich beantworten wollte Menke-Peitzmeyer nicht, ob es den Teufel als konkrete Person gibt oder nicht. Er warnte, dass die bildliche Rede vom Teufel einfach zu missverständlich sein könne. Doch der Vortrag zeigte auch gleich mehrere Perspektiven auf – was besonders für die jungen Zuhörer wichtig war. „Ich nehme mit, dass wir es in Betracht ziehen können, dass es den Teufel auf der Erde gibt“, sagte die 18-jährige Messdienerleiterin Patricia Eifler im Anschluss an das Gespräch. Das hieße aber nicht, dass wir die Schuld von uns weisen dürften, frei nach dem Motto: „Das hat der Teufel gemacht“, ergänzte sie noch.

Der 19-jährige Sven Kothenschulte, der die Diskussionsrunde im Anschluss an den Vortrag moderierte, sagte: „Niemand ist vom Bösen befreit. Gerade jetzt in der Fastenzeit kann man sich dem bewusst werden und zur Umkehr kommen.“

Die Messdienerleiter hatten den Abend gemeinsam mit Pastor Christoph Severin organisiert und gestaltet. Das Format „Theologie an der Theke“ geht in der Fastenzeit 2019 in die dritte Runde. Die einzige Änderung in diesem Jahr: Statt in einer Kneipe wird nun im zentral gelegenen und mit ausreichend Parkplätzen ausgestatteten Walburgahaus diskutiert. In Zeiten, in denen der Kirche die Glaubwürdigkeit abgesprochen wird, können gerade solche Formate helfen, sich mit dem eigenen Glauben und den vielen positiven Perspektiven und Botschaften des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen, hoffen die Veranstalter.

Genau diese Glaubensperspektive ist es auch, die die Frage nach der Existenz des Bösen oder des Teufels zweitrangig macht. „Weil wir dem Teufel widersagen sollen, ist er gegenüber der unendlichen Größe Gottes nachgeordnet“, sagte Referent Michael Menke-­Peitzmeyer. Damit stelle sich die Frage: Hilft es mir in meinem christlichen Leben eher, den Teufel als Person oder das Böse als abstrakte Gewalt anzunehmen, um damit umzugehen und das Böse zu bekämpfen?

Das Böse bekämpfen – damit können wir in unserem täglichen Handeln anfangen. Menke-Peitzmeyer: „Wir haben von Gott die Freiheit bekommen, Entscheidungen zu treffen. Das christliche Leben besteht darin, mit Jesus das Gute zu realisieren und sich vom Schlechten abzuwenden.“ Da heute Fragen nach Gut und Böse zu Geschmacksfragen geworden seien, biete der Glaube an Gott, den Schöpfer der Menschen, den besten Kompass zur Lebensführung.

Am Sonntag, 24. März, sprach der emeritierte Bischof von Würzburg, Dr. Friedhelm Hofmann, zur Frage: „Glaubst du an Gott, den Vater, den Allmächtigen?“ Am 7. April spricht Dr. Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW über den Glauben an Jesus Christus. Den Abschluss macht der Oberhausener Propst Dr. Peter Fabritz am 14. April zum Thema Heiliger Geist.

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