„Streik“ hilft nicht weiter

Ein Kommentar von Matthias Nückel

In zahlreichen Kirchengemeinden haben Frauen in dieser Woche „gestreikt“. Sie haben keine Kirche betreten und auch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Kirche nicht ausgeübt. Damit wollen sie erreichen, dass auch Weiheämter für Frauen in der Kirche zugänglich werden sollen.

Foto: Henrik G. Vogel

 

Niemand kann sagen, wie viele Frauen an den Protestaktionen teilgenommen haben. In einem Fernsehbericht war von 10 000 die Rede. Das wäre eine verschwindend geringe Minderheit der katholischen Frauen. Gleichwohl schaffte es die Aktion am vergangenen Wochenende in alle Fernseh-, Radio- und Zeitungsnachrichten. Krach in der katholischen Kirche ist derzeit eben immer ein Thema, auf das sich die Medien begierig stürzen.Was mich dabei übrigens sehr erschreckt hat, war die Nachricht, dass in einer Gemeinde die Essensausgabe wegen des „Kirchenstreiks“ ausfallen soll. Die Hilfsbedürftigen müssen dann die Folgen ausbaden.In der Sache führt der „Kirchenstreik“ auch nicht weiter. Über Weiheämter für Frauen wird eben nicht in der Deutschen Bischofskonferenz entschieden, sondern in Rom. Und in der Weltkirche wird oft globaler gedacht als in Deutschland oder in Westeuropa. Alleingänge in einzelnen Ländern oder Regionen würden unvermeidlich zur Kirchenspaltung führen. Und dass gerade von Deutschland aus eine erneute Kirchenspaltung ausgeht, kann doch wohl niemand ernsthaft wollen.

Zudem sollten die „Streikenden“ berücksichtigen, dass hierzulande immer mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen aufrücken. Die deutschen Bischöfe sind sehr bemüht, alle ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, um Frauen in der Kirche zu fördern. Die Kirche bewegt sich doch – aber eben bedächtig.

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