Unnötige Verwirrung

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Dass interne Briefe an die Öffentlichkeit gelangen, um nicht nur politischen Gegnern, sondern zuweilen auch einem Parteifreund zu schaden, sind wir aus der Politik ja gewohnt. „Wer Parteifreunde hat, braucht keine Feinde“, ist eine alte politische Weisheit.

Dass solche Methoden nun auch in der katholischen Kirche angewandt werden, ist allerdings neu. Geschehen ist dies jetzt in der Auseinandersetzung der Bischöfe um die Frage der Kommunion für konfessionsverschiedene Ehepaare (siehe Berichte in der Printausgabe des Dom Nr. 24/2018 auf den Seiten 10 und 11).

Begonnen hatte alles mit einem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz, der mit großer Mehrheit gefasst wurde. Die unterlegene Minderheit wandte sich daraufhin an Rom. Papst Franziskus entschied nach einem Gespräch im Vatikan, dass die deutschen Bischöfe sich doch selbst einigen mögen. Das war ein weiser, nachvollziehbarer Beschluss.

Die folgenden Ereignisse jedoch rufen nur noch Kopfschütteln hervor. Aus welchem Grund und auf wessen Initiative auch immer, schrieb der Vatikan plötzlich einen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Eine Kopie erhielten die am Gespräch in Rom beteiligten Bischöfe.

Dieses interne Schreiben wurde verschiedenen Medien zugespielt und sorgte für (negative) Schlagzeilen. Der Brief aus Rom – und vor allem dessen Veröffentlichung – bringt eine völlig unnötige Verwirrung unter den Gläubigen. Diese Misstöne gilt es nun zu beseitigen. Denn es muss doch unter Mitbrüdern möglich sein, anders miteinander umzugehen, als es schlechte Vorbilder aus der Politik vormachen.

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